Handy-Ortung und GPS-Ortung


Nützliche Location Based Services und einfachste Überwachung für jedermann

Diese Hausarbeit wurde von Carsten Schulte und Christoffer Riemer im Rahmen des Ubiquitous Computing Colloquium des Institus für Wirtschaftsinformatik an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Hannover erstellt.

Betreuer: Prof. Dr. Michael H. Breitner

Abgabetermin: 10.03.2005



I Einleitung





Motivation


Schon seit langer Zeit versuchen Menschen ihren Standort zu ermitteln und entwerfen Geräte, die ihnen zeigen, wo sie sich befinden und welchen Weg sie gehen müssen, um ihr Ziel zu erreichen. Besonders für Seefahrer war es schon früh wichtig, sich auf offener See ohne jeglichen geographischen Anhaltspunkt zu orientieren.

Neue Technologien und Möglichkeiten erreichen seitdem eine immer exaktere Positionsbestimmung und zahlreiche Zusatzfunktionen. Besonders die Verknüpfung von Positionsdaten und den Merkmalen eines Benutzers ermöglicht die Entstehung ganz neuer Anwendungen. Durch zunehmende Mobilität und die damit einhergehende Zeitverknappung der Benutzer wird diese Entwicklung in Zukunft voranschreiten.

Es wurden zahlreiche Systeme entwickelt, die innerhalb oder auch außerhalb von Gebäuden Positionen bestimmen können. Am bekanntesten ist wohl das Global Positioning System - GPS. Dieses satellitenbasierte System ist inzwischen weltweit flächendeckend verfügbar. Auch mit der relativ neuen GSM-Ortungs-Technik (Handy-Ortung) können inzwischen Positionsbestimmungen durchgeführt werden. Diese sind zwar noch nicht so exakt wie bei GPS aber hierin steckt noch viel Potential.

Beide Systeme können nicht nur zur Positionsbestimmung und Navigation eingesetzt sondern über Location Based Services auch beliebig erweitert werden. Im Moment ist noch nicht absehbar, was mit diesen Techniken alles möglich sein wird.

Aufgabenstellung


In dieser Hausarbeit sollen die beiden Ortungssysteme GPS und Handy-Ortung vorgestellt und erläutert werden. An Hand der Möglichkeiten soll aufgezeigt werden, wie diese Systeme durch Location Based Services genutzt werden können. Des Weiteren soll die Problematik von Datenschutz und Privacy dargestellt und beschrieben werden. Zuletzt soll ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung gegeben werden.



II Grundlagen





1 Technische Grundlagen

Es gibt zwei unterschiedlich wichtige Verfahren, um den Standort eines Punktes herauszufinden, wenn andere Punkte gegeben sind und die Beziehungen untereinander bekannt sind (Quelle H1):

Triangulation

Um den Standort eines Punktes (C) zu berechnen werden zwei Punkte (A und B) benötigt, deren Position bekannt ist. Die Position des dritten, unbekannten Punktes, kann nun bei Kenntnis der Winkel mit Hilfe von Sinus- und Kosinussatz berechnet werden. Eventuell kann hierbei auch die Entfernung einbezogen werden. Im dreidimensionalen Raum werden mindestens 3 Winkel benötigt um eine Position bestimmen zu können.

Trilateration

Bei der Trilateration wird die Position des Punktes durch Distanzangaben errechnet. Es müssen für eine eindeutig genaue Angabe außer dem zu berechnenden Punkt mindestens zwei weitere Punkte mit Distanzangaben vorhanden sein. Im dreidimensionalen Raum sind mindestens drei weitere Punkte nötig. Durch weitere Punkte kann die Genauigkeit der Berechnung in der Praxis erhöht werden.

Ein ideales Ortungssystem zeichnet sich durch eine auf wenige Zentimeter genaue Positionsangabe aus, ist in der Anzahl der Nutzer nicht beschränkt und funktioniert sowohl im Freien als auch in Räumen, ohne dass eine große Anzahl an Infrastruktureinrichtungen benötigt wird. Ein solches System ist allerdings noch nicht verfügbar. Die Ortungssysteme lassen sich an Hand verschiedener Merkmale differenzieren (Quelle H2):

Geometrisch versus symbolisch
Geometrische Systeme liefern geometrische Informationen wie z.B. Koordinaten mit Längen-, Breiten- und Höhengraden, wohingegen symbolische Informationen aus abstrakten Angaben wie z.B. die Angabe von Räumen bestehen.

Absolut versus relativ
Absolute Ortungssysteme wie GPS oder Handy-Ortungssysteme erkennen bei jeder Ortung ihre aktuelle Position, wohingegen relative Ortungssysteme ihre alte Position sowie ihre Positionsveränderung kombinieren.

Selbstortend versus fremdortend
Selbstortende Geräte können ihre Position allein bestimmen (self-positioning), wohingegen bei fremdortenden Systemen die Ortung durch ein äußeres System vorgenommen wird (remote-positioning). Bei der Fremdortung ist die Datensicherheit nicht gewährleistet. So werden zusätzliche Zugangskontrollen benötigt.

Genauigkeit und Konsistenz

Ortungsgebiet
Im Gegensatz zu GPS-Systemen, die weltweit einsetzbar sind, gibt es auch andere Systeme, die auf einen engeren Raum begrenzt sind, z.B. nur innerhalb eines Gebäudes funktionieren.

Beschränkungen
Die meisten Ortungssysteme sind nicht unter allen Bedingungen in der Lage eine Ortung durchzuführen. So kann GPS z.B. innerhalb von Räumen nicht lokalisieren und Mobilfunk-Ortung funktioniert nur in Gebieten mit Zellnetz.



2 Lokalisierungstechniken

Auch wenn GPS die wohl bekannteste und am weitesten verbreitete Ortungstechnik ist, gibt es noch zahlreiche andere Möglichkeiten der Lokalisierung. Während die Handy-Ortung noch in den Kinderschuhen steckt, sind viele Techniken schon alt oder gar veraltet.

Oft wird für eine Ortung in Gebäuden der Smart-Floor eingesetzt. Er ist größtenteils für Innenräume vorgesehen. Das Prinzip ist einfach: Im betreffenden Bereich werden auf dem Boden Platten verlegt, die mit Drucksensoren ausgestattet sind. Es ist nicht zu erkennen, dass es sich um einen besonderen Fußboden handelt, da so gut wie jede Platte nutzbar ist und z.B. auch transparente Platten denkbar sind. Die Personenerkennung erfolgt dann durch Schritte, die der Drucksensor registriert. So kann angezeigt werden, wo sich in dem Moment jemand befindet. Da allerdings noch nicht bekannt ist, um wen es sich handelt, gibt es noch mehrere Optionen die Suche zu verfeinern. Zum ersten kann in dem Bereich des Gegenstandes oder der Person der den Smart-Floor berührt (z.B. der Schuh) ein Kontaktmaterial eingelassen werden, durch das er exakt identifiziert werden kann. Eine weitere Möglichkeit ist es, von jeder möglichen Kontaktperson ein spezifisches Fuß-Auftritts-Profil zu erstellen, das bei jedem Auslösen des Drucksensors überprüft wird und eine Genauigkeit von über 90 % haben soll. (Quelle H3)


Eines der frühesten Lokalisierungsprojekte ist das "Active Badges" System. Es dient der Lokalisierung von Mitarbeitern innerhalb vom Firmengebäude. Jeder Mitarbeiter trägt dabei einen Ausweis, welcher über Infrarot seine Identität ausstrahlt. Infrarot kann eine Reichweite von wenigen Zentimetern bis zu 30 Metern aufweisen und hat den Vorteil, dass es bis auf Sonneneinstrahlung relativ störungsunempfindlich ist und keine undurchsichtigen Objekte durchdringt, sondern von ihnen reflektiert wird. Nachteil von Infrarot ist der benötigte Sichtkontakt zwischen Sender und Empfänger. So kann über das Empfängernetzwerk ermittelt werden, wo sich der betreffende Mitarbeiter aufhalten könnte (vorausgesetzt er trägt das Lokalisierungsgerät bei sich), in welchem Raum er sich befindet und mit welchen Personen er zusammen ist. Dieses System ist in einigen Punkten bestimmt sehr hilfreich, könnte aber, wie auch der Smart-Floor, sehr einfach für Kontroll- und Informationszwecke ausgenutzt werden, die nicht dem Datenschutz (siehe Datenschutz) entsprechen. (Quelle H4)
Um hier eine höhere Genauigkeit zu erzielen wurde das "Active Bat" System entwickelt. Es erweitert das Active Badge System um Ultraschallsensoren. Diese ermöglichen eine sehr genaue dreidimensionale Lokalisierung im Zentimeterbereich, was aber sehr aufwändig und mit sehr hohen Kosten verbunden ist. (Quelle H4)

Funkwellen gehören physikalisch betrachtet zu den elektromagnetischen Wellen und durchdringen in der Regel feste Gegenstände, wobei kein Sichtkontakt nötig ist. Die Ausbreitung erfolgt kreisförmig und ungerichtet. Bei RFID (Radio Frequency Identification) werden über Funk beliebige Eigenschaften von Objekten übertragen. Funk und RFID können durch kleinste Transponder ebenso zur Positionsbestimmung eingesetzt werden, auch wenn die Reichweite von RFID stark begrenzt ist. (Quelle H4)

Wenn die Position von einer Kamera oder einem Mikrofon bekannt ist, kann über Gesichtsscan oder Stimmenerkennung die Position von Personen festgestellt werden. Die Reichweite und Genauigkeit ist durch die eingesetzten Geräte begrenzt.

Die Ortung über Bluetooth oder auch W-LAN wird schon in Freizeitparks eingesetzt. Die Kinder bekommen Bluetooth-Armbänder, durch die sie auf dem weitläufigen Gelände jederzeit durch ihre Eltern geortet werden können und so die Möglichkeit besteht, dass sie sich frei bewegen dürfen. (Quelle H5 & Quelle H6)

Unter anderem sind auch über Radar und Ultraschall sind Standortbestimmungen möglich. Über diese Vielzahl von Techniken ist die Einrichtung von Ortungsdiensten und Location-Based-Services möglich.



3 Location Based Services

Location Based Services (LBS) sind kontextsensitive Dienste, daher erläutern wir zunächst Kontextsensitivität. Unter Kontextsensitivität versteht man die Wahrnehmung der unmittelbaren Umgebung (Quelle S1) und die Orientierung an der Umgebung. LBS sind Dienstleistungen, die in Abhängigkeit vom Aufenthaltsort bzw. der Position eines mobilen Endgerätes bereitgestellt werden (Quelle S2). LBS stellen einen Teilbereich kontextsensitiver Dienste dar.
Die Basis für erste LBS wurde durch die Inbetriebnahme des ersten Satellitennavigationssystems durch das amerikanische Verteidigungsministerium geschaffen. Die spätere Freigabe für eine zivile Nutzung ermöglichte Anwendungen, die zunächst hauptsächlich der Navigationsunterstützung im Auto dienten. Mit dem starken Ausbau der Mobilfunknetze in den USA, Europa und Asien eröffneten sich neue Möglichkeiten der Ortung und zusätzliche Potentiale für Dienstleistungsangebote. Sprach- und Datenübermittlung bilden derzeit noch das Hauptgeschäft der Mobilfunkanbieter. Doch die Bereitstellung von Standortdaten gewinnt heute immer mehr an Bedeutung. (Quelle S2)
Location Based Services lassen sich nach unterschiedlichen Merkmalen einteilen. Grundsätzlich wird zwischen personenorientierten und geräteorientierten LBS klassifiziert. Entscheidend ist, wie die Ortung ausgelöst wird. Kontrolliert der Nutzer die Ortung bzw. löst er sie selbst aus, handelt es sich um personenorientierte LBS. Automatische Ortungen, deren Ausführung nicht kontrollierbar ist, zählen zu geräteorientierten LBS. (Quelle S2)

Bezüglich des Zwecks ihrer Anwendung teilen sich Location Based Services in vier Gruppen. Sicherheitsbezogene LBS (location-safty) umfassen Notruf- und Notfalldienste. Dazu zählt die Übermittlung der Standortdaten bei Wahl der Notrufnummern 110 und 112, wie auch die Informationsbereitstellung über Werkstätten und Krankenhäuser in der Umgebung des Nutzers.
Bei gebührenbezogenen LBS (location-billing) sind Standortdaten Grundlage für ein Tarifmodell. Ein bekanntes Beispiel ist der Tarif Genion vom Mobilfunkanbieter O2.
Werden auf Basis von Standortdaten dem Anwender allgemeine Informationen über die Umgebung bereitgestellt, handelt es sich um informationsbezogene LBS (location-information). Das können Hinweise auf das nächstgelegene Restaurant sein oder Mitteilungen Luftverschmutzungen an Personen in einer bestimmten Umgebung.
Letztlich zählen zu positionsübermittelnden LBS (location-tracking / location-positioning) alle Anwendungen, die ausschließlich Standortdaten bereitstellen. Dazu gehören Systeme zur Personenortung (bspw. FriendFinder) und Güterortung (Paket-Tracking).
Neben dem Zweck der Anwendung wird auch nach dem Verfahren der Informationsbereitstellung unterschieden. Beim Push-Verfahren empfängt der Anwender die Information automatisch, nachdem er sich zuvor für einen entsprechenden Dienst angemeldet hat. Hingegen muss der Nutzer beim Pull-Verfahren ortsabhängige Informationen ständig neu anfordern, wie bspw. die Entfernung zum nächsten freien Parkplatz. Es gibt aber auch Anwendungen, die sowohl das Push- als auch das Pull-Verfahren umfassen. (Quelle S2)



4 Rechtliche Aspekte

In die Diskussion um den „Gläsernen Kunden“ und „big brother is watching you“ fällt auch das Thema Location Based Services, schließlich geht es in diesem Zusammenhang auch um personenbezogene Daten. Laut Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) sind personenbezogene Daten „Einzelangaben über persönliche oder sachliche Verhältnisse einer bestimmten oder bestimmbaren Person“ (vgl. § 3 Abs. 1 BDSG). Zwar fallen bei Anwendungen des LBS auch andere personenbezogene Daten an, wie bspw. Informationen über die Vorliebe von bestimmten Kinofilmen, wenn über das mobile Endgerät eine Reservierung im Kino vorgenommen wurde. In diesem Kapitel werden rechtliche Aspekte jedoch ausschließlich in Bezug auf Standortdaten betrachtet, da insbesondere diese die Grundlage für eine ortsbezogene Dienstleistung bilden.
Das Telekommunikationsgesetz (TKG) regelt, dass Standortdaten „Daten sind, die in einem Kommunikationsnetz erhoben oder verwendet werden und die den Standort des Endgeräts […] angeben“ (vgl. § 3 Abs. 19 TKG). Weiterhin dürfen diese Daten nur anonymisiert und im erforderlichen Maß und Zeitraum verarbeitet werden. Der Anwender kann durch eine ausdrückliche Zustimmung den Anbieter von dieser Regelung entbinden, muss aber jederzeit die Möglichkeit zum Widerruf haben.
Die reine Erhebung von Standortdaten scheint in erster Linie nicht besonders problematisch. Durch die Weiterverarbeitung können aber Profile entstehen, die entsprechend werthaltig sind. So ist der Aufenthalt einer Person in einem Konzertsaal ein Hinweis auf einen Konzertbesucher oder Musiker. Unter Einbezug der Zeitpunkte und Häufigkeiten der Aufenthalte lässt sich letztlich auch zwischen Konzertbesucher und Musiker unterscheiden. Der identifizierte Konzertbesucher kann ein potentieller Adressat für Werbemaßnahmen sein. Dieses Beispiel lässt sich auch auf sensiblere Bereiche übertragen, wodurch besondere „Arten personenbezogener Daten“ betroffen sind. Bspw. politische Meinung, religiöse Überzeugung, Gesundheit oder Sexualleben (vgl. § 3 Abs. 9 BDSG). (Quelle S3)

In Kapitel zwei wurden sicherheitsbezogene Location Based Services erwähnt, wozu auch der Notruf zählt. Für die Notrufnummern 110 und 112 gelten besondere rechtliche Vorschriften. So sind Betreiber Telekommunikationsnetzen verpflichtet, „die Rufnummer des Anschlusses“ und „Daten, die zur Ermittlung des Standortes erforderlich sind“ bei Wahl der oben genannten Nummern bereitzustellen (vgl. § 108 Abs. 1 Satz 1 und 2 TKG, vgl. auch § 98 Abs. 3 TKG). Für den Nutzer besteht in diesem Fall keine Möglichkeit zur Unterdrückung der Datenübermittlung.
Durch immer modernere Informations- und Kommunikationstechnologien ist die Erstellung eines Personenprofils aus unterschiedlichen Datenbanken heute deutlich einfacher geworden. Auch fallen immer mehr Daten an, die für ein Profil genutzt werden können. Diese Entwicklung fordert klare Regelungen im Umgang mit Daten. Dass dem nachgekommen wird zeigen die umfangreichen Änderungen und Ergänzungen bei Gesetzen und Verordnungen. Im Jahr 2004 wurde Telekommunikationsdatenschutzverordnung in das Telekommunikationsgesetz eingegliedert. Wichtig ist jedoch auch eine Kontrolle. Denn Verstöße werden häufig nicht aufgedeckt, da kaum nachzuvollziehen ist, aus welchen unterschiedlichen Datenquellen Informationen generiert wurden.
Nach der Gesetzeslage, insbesondere nach dem Telekommunikationsgesetz dürfen Standortdaten auch über die Minimalanforderungen hinaus verarbeitet werden, soweit der Nutzer zugestimmt hat. Eine Zustimmung ist jedoch durchaus kritisch zu sehen. Denn nicht jeder private Nutzer vermag momentan einzuschätzen, welches Potential Standortdaten bieten. Der Bundesbeauftragte für Datenschutz Peter Schaar sieht „in manchen Bevölkerungsgruppen, insbesondere bei Jugendlichen, eine ziemliche Naivität […] hinsichtlich der Verarbeitung und der Weitergabe persönlicher Daten“. (Quelle S4)




III Satelliten-Ortung




1 Satellitensysteme

In den achtziger Jahren startete das Navigation System for Timing and Ranging (NAVSTAR), besser bekannt als Global Positioning System (GPS). Die Entwicklung erfolgte im Auftrag des amerikanischen Verteidigungsministeriums. Das GPS ist ein militärisch betriebenes, weltraumgestütztes Navigationssystem. Von 1983 an wurde das System auch für zivile Anwendungen bereitgestellt. Mit 21 Satelliten erreichte es im Jahr 1995 erstmals seine vollständige Betriebsbereitschaft. Heute sind ca. dreißig Satelliten aktiv. (Quelle S2)
Auch Russland entwickelte mit GLONASS (Globalnaya Navigationnaya Sputnikovaya Sistema oder Global Orbiting Navigation Satellite System) ein Satellitennavigationssystem, welches ebenfalls durch eine militärische Organisation betrieben wird. Das GLONASS arbeitete im Jahr 2004 nur mit neun aktiven Satelliten, nachdem es ursprünglich mit 24 Satelliten gestartet war. Die russischen Satelliten haben im Durchschnitt eine deutlich kürzere Lebensdauer (drei bis vier Jahre), als die amerikanischen Satelliten (sieben bis acht Jahre). Zudem leidet das russische Projekt unter massiven Schwierigkeiten bei der Finanzierung. Aufgrund der gesunkenen Bedeutung wird auf das GLONASS im Weiteren explizit nicht erneut eingegangen.
Unter dem Namen Galileo wird derzeit ein Satellitensystem auf Initiative der Europäischen Union (EU) und der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) entwickelt. Ende 2005 soll der Aufbau von Galileo mit dem Start des ersten Satelliten beginnen. Von 2009 an soll das System verfügbar sein. Es ist ein rein ziviles System, wodurch eine ständige Verfügbarkeit garantiert werden kann. Für das Galileosystem soll ein kommerzieller Betreiber engagiert werden, der die Finanzierung wesentlich unterstützt. (weiterführend Quelle S5)
Dank gleicher Frequenzen sind alle drei Systeme in Bezug auf die Empfangsgeräte zueinander kompatibel. Die Frequenzwahl durch die Betreiber ist ein sehr interessanter und wichtiger Punkt. Die Tatsache, dass alle drei Anbieter identische Frequenzbänder nutzen macht es unmöglich, ein bestimmtes Satellitensignal zu stören, ohne andere dabei unberührt zu lassen. (weiterführend Quelle 6)



2 Ortungstechnik

Zur Positionsbestimmung durch Satellitentechnik müssen die exakten Positionen der Satelliten sowie die Entfernungen zwischen den Satelliten und dem Empfangsgerät bekannt sein. Eine Ortung ist grundsätzlich von jedem Punkt der Erde aus möglich. Die Güte der Entfernungs- und Positionsdaten bestimmt die Qualität einer Ortung. Ein Satellit sendet fortlaufend seine Positionsdaten zusammen mit einem Zeitstempel. Aus dem Abgleich von Zeitstempel und Empfangszeit durch das Empfangsgerät wird die Entfernung zum Satelliten berechnet. Dieses Vorgehen birgt einige Fehlerpotentiale, da geringe Zeitabweichungen von der Systemzeit erhebliche Messfehler zur Folge haben können.
Alle Empfangsgeräte wie auch Satelliten sollten zeitlich synchron laufen, eben mit der Systemzeit. Die Satelliten sind mit Atomuhren ausgestattet, was Zeitabweichungen nahezu ausschließt. Bei den Empfangsgeräten ist diese Lösung aus Kosten- und Platzgründen nicht umzusetzen. Dadurch können Abweichungen entstehen. Ein Zeitfehler von einer Mikrosekunde führt zu einer Positionsabweichung von 300 Metern (Quelle 2). Das Problem der Zeitabweichung und einer daraus resultierenden Ungenauigkeit wird durch ein zusätzliches Satellitensignal umgangen. Für eine zweidimensionale Berechnung sind eigentlich nur zwei Satelliten notwendig. Durch Hinzuziehen eines weiteren Satelliten werden nun aber Messfehler deutlich und die Systemzeit des Empfangsgerätes kann anglichen werden, um die Messfehler zu minimieren.
Für eine dreidimensionale Ortung sind folglich die Signale von vier oder mehr Satelliten erforderlich. GPS-Satellitenempfänger verfügen heute über mindestens zwölf Kanäle, wodurch Signale von ebenso vielen Satelliten gleichzeitig empfangen werden können. Dies verbessert die Ergebnisqualität und senkt die Berechnungszeit.



3 Ortungsgenauigkeit

Das Global Positioning System sendet zwei Signale aus, die sich in ihrer Präzision geringfügig unterscheiden. Der genauere Precise Positioning Service (PPS) ist nur für die amerikanischen Streitkräfte und Mitglieder der Nordatlantischen Verteidigungsbündnisses (NATO) verfügbar. Zivile Empfangsgeräte nutzen den Standard Positioning Service (SPS). Der SPS ist Grundlage für die folgenden Ausführungen.


Die Abbildung zeigt die Abweichungen in einem Zeitraum von 24 Stunden

Die Ortungsgenauigkeit ist im Wesentlichen von der Anzahl der empfangenen Satellitensignale und der Qualität des Empfangsgerätes abhängig. Wodurch ergeben sich nun Abweichungen? Die bereits oben genannten Abweichungen von der Systemzeit senken die Messgenauigkeit im Schnitt um circa 1,5 Meter. Da die Satelliten nicht immer exakt ihren Umlaufbahnen folgen ergeben sich Abweichungen von 2,5 Metern. Weiterhin wird eine Störung von 0,5 Metern durch Wettereinflüsse angenommen. Partikel der Atmosphäre beeinflussen die Signalpräzision um bis zu fünf Meter. Und letztlich können die Satellitensignale durch Gebäude oder Gegenstände reflektiert werden, was die Genauigkeit der Berechnung um ungefähr 0,6 Meter mindert. (Quelle S2)
In der praktischen Anwendung erreicht ein handelsüblicher GPS-Empfänger heute eine Ortungsgenauigkeit von circa zwanzig Metern. Durch die Einbindung Korrekturdaten kann eine Präzision von unter einem Meter erreicht werden. Korrekturdaten werden durch stationäre Empfänger errechnet, die ihre Daten über einen Langwellensender (Differential GPS) oder ebenfall über einen Satelliten (Wide Area Augmentation Systen) verbreiten. (Quelle S7)



4 Anwendungen

Floating Car Data


Neben dem eigentlichen Flottenmanagement auf Basis von GPS-Daten besteht die Möglichkeit, Positionsdaten auch für Verkehrsflusskontrollen zu nutzen. Bisher werden Verkehrsdaten vornehmlich über stationäre Sensoren wie Induktionsschleifen oder Infrarotsensoren generiert. Die gewonnenen Informationen beziehen sich jedoch nur auf das unmittelbare Umfeld. In einem Projekt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) werden Ortungsdaten von Taxis für eine dynamische Verkehrsflusskontrolle genutzt. Die Taxis dienen als mobile Sensoren. Durchgeführt wird das Projekt mit dem Namen „Floating Car Data“ (FCD) unter anderem in Berlin, Hamburg und München.
Über einen GPS-Empfänger bestimmt das Taxi seine Position und meldet diese zusammen mit einem Zeitsignal in regelmäßigen Abständen an die Zentrale. Der Versand der Daten erfolg über einen digitalen Betriebsfunkkanal. Mithilfe einer intelligenten Software werden anschließend die Fahrzeuggeschwindigkeiten berechnet. Aus den Geschwindigkeiten ergeben sich Information über Verkehrsbehinderungen oder Staus. Parallel wird eine Datenbank aufgebaut, die als Basis für zukünftige Routenplanung genutzt werden kann.

Für welche Anwendungen lassen sich die erhobenen Daten nun nutzen? Aktuelle und historische Werte bilden die Grundlage für eine Darstellung der Verkehrlage über das Internet. Im Gegensatz zu bereits bestehenden Internetdiensten bildet das FCD-System die Verkehrslage sehr zeitnah ab und basiert nicht ausschließlich auf historischen Erhebungen und Hochrechnungen.
Staus werden erkannt, indem für jeden Streckenabschnitt ein bestimmter Schwellenwert zugrunde gelegt wird. Sinkt die ermittelte Geschwindigkeit unter diesen Schwellenwert, kann das ein Indikator für einen Stau sein. Ein deutlicher Vorteil des FCD-Systems ist, dass auch eine Auflösung des Staus unmittelbar erkannt wird.
Die dynamische Routenplanung ist ein weiterer Dienst, der in Verbindung mit dem FCD-System angeboten wird. Über einen PC und auch mit mobilen Endgeräten können Routen unter Berücksichtigung der aktuellen Verkehrslage geplant werden. In Verbindung mit einem GPS-Empfänger unterstützt das System die Echtzeitnavigation im PKW. Alle genannten Dienste werden derzeit kostenlos bereitgestellt.
Eine zusätzliche Anwendungsmöglichkeit besteht in der Erfassung von Straßennetzen. Die Erstellung von Karten erfordert immer noch einen hohen Aufwand. Durch die Abbildung von Fahrzeugbewegungen lässt sich ein dynamisches Straßennetz zumindest in seinen Grundzügen schnell und einfach darstellen. Weiterhin lassen sich sog. Straßenattribute ermitteln. Dazu zählen beispielsweise Ampeln oder Kreuzungen.
Für ein funktionierendes System sind hinreichend viele Daten erforderlich. Es werden also viele Fahrzeuge benötigt, die über ein GPS und die Möglichkeit zur Datenübermittlung verfügen. Mit Blick auf die GPS-Ausstattung von immer mehr Privatfahrzeugen nennt das DLR datenschutzrechtliche Bedenken, sollten diese Fahrzeuge zur Datengenerierung genutzt werden. (Quelle 8)

Follow Me 24


Die deutsche Firma Follow me 24 GmbH bietet in Zusammenarbeit mit Vodafone seit Herbst 2004 ein besonders kleines Ortungssystem zum einfachen Einbau in PKW, LKW oder Boote an. Über einem GPS-Empfänger werden die Standortdaten ermittelt, die mit dem GSM-Mobilfunkgerät übertragen werden. Der Hersteller garantiert eine europaweite Ortung auf zehn Meter genau. Die Ortung wird über ein Internetportal angestoßen oder erfolgt automatisch in zuvor festgelegten Intervallen. Über den Internetdienst sind auch die Positionsdaten abrufbar. Einzelne Ortungen oder Ortungsdaten über bestimmte Zeiträume lassen sich auf einer Karte darstellen.
Das Gerät ist mittlerweile in Größe einer Zigarettenschachtel verfügbar und für circa 400 Euro erhältlich. Zusätzliche Kosten ergeben sich durch einen Mobilfunkvertrag und die Gebühren der Datenübermittlung.
Eine Auswertung der Standortdaten muss selbständig durch den Nutzer erfolgen. Das bietet alle Freiheiten bezüglich der Verwendung. Es stellt aber kein abgeschlossenes System zur Lösung eines Problems dar.

GPS TimeTrack


In den USA werden Mobilfunkgeräte zunehmend mit GPS-Chips ausgerüstet. Die Mobilfunkanbieter sind dort verpflichtet, bei einem Notruf den Aufenthaltsort des Kunden zu ermitteln. Da eine präzise Ortung mittels Mobilfunktechnik nicht in jedem Gebiet erfolgen kann, schafft der Einsatz des GPS eine größere Genauigkeit. Wählt ein Nutzer die Notrufnummer und ist eine zuverlässige Ortung mithilfe des Mobilfunknetzes nicht möglich, so erfolgt die Positionsbestimmung via GPS. Die Positionsdaten werden mit dem Notruf übermittelt.
Ein GPS-fähiges Mobiltelefon bietet natürlich weitere Möglichkeiten. Die Firma Nextel vertreibt zusammen mit Xora ein System zur Lokalisierung von Personen, insbesondere von Mitarbeitern. Mit dem Service GPS TimeTrack wird einem Arbeitgeber die Möglichkeit gegeben, Daten über den Aufenthaltsort und die Aufenthaltsdauer seiner Mitarbeiter zu erheben. Das Management eines Kundendienstes kann mit dieser Technik in großem Umfang unterstützt werden. Arbeitsbeginn und Arbeitsort können per Knopfdruck an die Zentrale übermittelt werden, indem der Mitarbeiter sein Mobiltelefon nutzt. Bei Beendigung des Auftrags erfolgt erneut eine Mitteilung des Mitarbeiters über das Mobiltelefon. Dieses Verfahren automatisiert die Arbeitszeiterfassung teilweise und vereinfacht bzw. mindert administrative Aufgaben.
Führt der Mitarbeiter ein eingeschaltetes Mobilfunkgerät bei sich, kann sein Aufenthaltsort also per Satellitenortung bestimmt werden. Xora stellt über ein Internetportal eine Karte bereit, auf der Ortungsdaten visualisiert werden. Der Arbeitgeber ist dadurch in der Lage, die Positionsdaten weiterzuverarbeiten und auch Bewegungsprofile zu erstellen. Zudem können bestimmte Bereiche festgelegt werden, die durch die Mitarbeiter nicht betreten werden sollen. Werden solche Bereiche dennoch aufgesucht, erfolgt eine Meldung an den Arbeitgeber über das Internetportal. (Quelle S9)


Die Abbildung zeigt die Oberfläche des Handydisplays

Der Einsatz des Systems erübrigt die manuelle Eingabe von Stundenzetteln und reduziert unnötige Fahrten dank optimierter Einsatzplanung. Durch eine detaillierte Datenauswertung, die Xora bereitstellt, lassen sich Vergleiche von Mitarbeitern, Kundenaufträgen und Arbeitszeiten anstellen.
Das GPS TimeTrack System kostet monatlich zwölf Dollar je Mitarbeiter. Zusätzlich entstehen Kosten für ein GPS-fähiges Mobilfunktelefon und einen Mobilfunkvertrag. Nach Angaben von Xora und Unternehmen, die TimeTrack einsetzen, ergeben sich die größten Kostenvorteile durch die Zeitersparnis. So wurden Überstunden deutlich reduziert. Aber auch durch die automatische Einbindung der erhobenen Mitarbeiterdaten in Abrechnungssysteme ergeben sich Vorteile.
In Deutschland bietet die virtic GmbH ein System – auch virtic genannt – mit ähnlichen Leistungsmerkmalen an. Eine Ortung erfolgt bei diesem Dienst jedoch ausschließlich über das Mobilfunknetz. (siehe Mobile Location Based Services)



5 Resümee und Ausblick

Eine Bewertung der vorgestellten Systeme und Anwendungen soll aus unterschiedlichen Blickwinkeln erfolgen. Betriebswirtschaftlich bietet von allem das TimeTrack System von Xora, wie auch das deutsche Pendant der virtic GmbH ein erhebliches Potential. Eine effiziente Unterstützung von Geschäftsprozessen und die automatische Abbildung vom Unternehmensgeschehen in Datenbanken machen diese und ähnliche Systeme so nützlich. Das System Follow Me 24 stellt lediglich Standortdaten und keinen direkten Mehrwert zur Verfügung. Betriebswirtschaftlich ist hieraus ein Nutzen eher schwer zu bestimmen und abhängig von den jeweiligen Interessen und Bedürfnissen. Das Floating Car Data System bietet in erster Linie den Vorteil einer Echtzeiterfassung der aktuellen Verkehrslage. Vornehmlich bei außergewöhnlichen und erstmalig auftretenden Ereignissen (Straßenbauprojekt) und Veranstaltungen (Fußballweltmeisterschaft) sind aktuelle Informationen betriebswirtschaftlich besonders wertvoll. Durch sie wird eine schnelle Reaktion ermöglicht.
Besonders das System Follow Me 24 birgt ein großes Missbrauchspotential. Wird eine Person unwissentlich über dieses System geortet, stellt das rechtlich eine Verletzung der Privatsphäre dar. Speziell bei Follow Me 24 sieht der Bundesbeauftragte für Datenschutz derzeit eine rechtliche Grauzone. Bei TimeTrack und virtic ist dem Nutzer bewusst, für wen die Ortungsdaten einzusehen sind. Beide Anwendungen stellen ein Kontrollsystem dar, wobei die Überwachung nicht vom Anbieter, sondern vom Kunden (hier Arbeitgeber) selbst ausgeht.
Die Auswertung von Standortdaten wird betriebswirtschaftlich immer wichtiger. Sollen Kosten gesenkt und Abläufe optimiert werden, bildet ein effizienter Umgang mit Standortdaten eine wichtige Basis. Nützliche Location Based Services bieten allerdings auch die Möglichkeit einer Überwachung. Im Umkehrschluss ist der Nutzen einer Überwachung jedoch individuell abhängig.



IV Handy-Ortung





1 Einführung und Abgrenzung von GSM und GPS

Dank GPS-Technik ist es möglich Personen und Gegenstände rund um den Globus ziemlich exakt zu orten und zu verfolgen. Doch es gibt auch Einschränkungen für GPS-Ortungen und Möglichkeiten, die in bestimmten Fällen einfacher und praktischer sind. GPS kann schlecht oder auch gar nicht funktionieren, wenn die Sicht zum Himmel stark eingeschränkt oder verdeckt ist, wie z.B. durch Gewitter oder wenn sich das zu ortende Objekt im dichten Wald, in Häuserschluchten oder Häusern selber befindet. Praktisch ist der Einsatz von GSM-Ortungstechnik (siehe GSM) z.B., wenn Ware in Gebäuden untergebracht wird - sie ist auch dort durch Handy-Ortung meist aufspürbar. Dadurch wird mehr Sicherheit geschaffen, der Warenverkehr wird überwacht und kann so optimiert werden. Ein weiterer Nachteil der GPS-Geräte besteht in den relativ hohen Anschaffungskosten. Für Personen, die nur kurzfristig Ortungen benötigen oder nur selten in Anspruch nehmen lohnt es sich nicht mehrere hundert Euro in ein GPS-System zu investieren. Um Objekte in weitreichenden Gebieten zu lokalisieren, führt im Moment kein Weg an der Satellitentechnik vorbei, doch in begrenzten Gebieten wie Städten, Freizeitparks, Baustellen oder auch in Räumen gibt es zahlreiche günstigere, genauere und einfachere Optionen.


Mobiltelefon - Das Allround-Talent


Alle unter II.2 beschriebenen Lokalisierungstechniken zeichnen sich dadurch aus, dass zusätzliche Geräte benötigt werden um eine Ortung durchzuführen. Es müssen also zusätzliche Kosten aufgewandt werden, die von Technik zu Technik variieren. Nur ein Gerät macht hier eine Ausnahme: Das Mobiltelefon. Schon 78,5 % aller Deutschen besitzen inzwischen ein Handy und sind so in der Lage über GSM-Technik geortet zu werden (Quelle H7) (Die Grafik beruht auf einer exemplarischen Untersuchung in NRW, die diesem Wert annähernd entspricht). Zusätzlich wird meist nur ein Internet-Anschluss benötigt um sich bei einem der Location-Based-Services-Anbieter anzumelden. Für alles Weitere wird in Zukunft der alleinige Besitz eines Handys reichen. Doch nicht nur die weite Verbreitung und Akzeptanz von Handy-Geräten in der Bevölkerung spricht für die Handy-Ortung. Sie lässt sich auch beliebig mit anderen Location-Based-Services verbinden. Dabei sind ganz neue Aufgabenfelder und Verbindungen denkbar, die so noch nicht vorhanden sind und mit einem starren GPS-System nicht umzusetzen wären.
Es gibt zwar oftmals schon Handys mit GPS-Empfänger, die zu denselben Leistungen fähig wären - bei denen allerdings dann der Preis ziemlich hoch ist. Und gerade das unkomplizierte Umgehen mit einem Handy hat die schnelle und flächendeckende Verbreitung unterstützt.

Internet ein Segen für die Handy-Branche?

Ein weiterer Schub für Mobiltelefone wird die zunehmende Einbeziehung des Internets sein. Im Moment noch umständlich und teuer über WAP (Wireless Application Protocol) und UMTS (Universal Mobile Telephone System) wird in Zukunft das Internet auf dem Handy-Display über neue Techniken (hier wäre z.B. W-LAN [Wireless-Local-Area-Network] zu nennen) zum Alltag werden. Über diese Verknüpfung - Handy, Ortung, Internet - wird der Aufbau von ganzen Portalen möglich sein, die diese drei Punkte innovativ verbinden und zahlreiche Zusatzleistungen dazu anbieten können. Ob und in wie weit die Handy-Ortung ein Erfolg wird, ist, wie bei den meisten Neuerungen auf dem Mobilfunkmarkt, von niedrigen Preisen und einer einfachen Bedienung abhängig. Die Vielseitigkeit und die Entwicklung zum Smartphone (Quelle Smartphone) sowie von immer leistungsstärkeren PDAs (Persönlicher Digitaler Assistent) und anderen mobilen Geräten (auch z.B. Notebooks) bringen weitere Vorteile für LBS-Anbieter und GSM-Ortung.

Vorgeschriebene Ortung in den USA


Die Ortung in zellbasierten drahtlosen Netzwerken war lange Zeit relativ ungenau und nur auf die Angabe der in Anspruch genommenen Zelle (siehe Zellinfo) begrenzt. Doch durch eine Verordnung der US 'Federal Communications Commission' (FCC) wurde die Entwicklung von genaueren Verfahren vorangetrieben. Ausgangspunkt waren die geographischen Gegebenheiten der USA. In den weitläufigen Gebieten und auf den langen Highways kam es vor, dass bei schweren Unfällen die Betroffenen beim Absetzten eines 911-Notruf-Calls nicht ihre Position angeben konnten, da sie nicht wussten, wo sie waren oder es durch ihre Situation vergessen hatten. Nun wurden die Betreiber von drahtlosen Telefonnetzen durch diese Verordnung gezwungen, bis zum Oktober 2001 in ihren Netzen den sogenannten "Enhanced 911"-Dienst (E-911) anzubieten. Durch diesen Dienst sollte gewährleistet werden, dass beim Anrufen der Notruf-Nummer über ein Mobilfunktelefon automatisch die Positionsdaten mit einer maximalen Abweichung von unter 125 Metern mit übermittelt werden. (Quelle H4)
Seitdem wurden mehrere Lokalisierungsverfahren entwickelt, die eine genauere Ortung garantieren sollen.



2 Lokalisierungsverfahren

Grundvoraussetzung für den Einsatz der Handy-Ortung ist die Existenz eines GSM-Netzes des Netz-Anbieters vom Ortungs-Mobiltelefon. GSM steht für "Global System for Mobile Communications" (kommt allerdings ursprünglich aus dem französischen - "Group Special Mobile") und bezeichnet einen Mobilfunkstandard, der hauptsächlich für Telefonie genutzt wird. GSM wird in rund 200 Ländern der Welt als alleiniger Mobilfunk-Standard genutzt - was rund 80% der Mobilfunknutzer entspricht - und ist auch Grundlage für die deutschen D- und E-Netze. Laut GSM-Association nutzten im Februar 2004 schon über 1 Milliarde Menschen GSM (Quelle H8). Folgende Abbildungen zeigen die Netzdichte der deutschen Anbieter:

Ist Handy-Ortung überall möglich?

Deutschland-NetzNetz Region-Hannover
Netzanbieter
E-Plus

Dunkelgrün: Gute GSM-Abdeckung
Hellgrün: mäßige GSM-Abdeckung
weiß: kein Netz
o2

Dunkelgrau: O2-Netz
Grau:D1-Roaming
T-Mobile

Dunkelgrau: UMTS
Grau: GSM
Hellgrau: kein Netz
Vodafone

Rot: UMTS
Blau: GSM
Hellblau: kein Netz

Obwohl die Netzbetreiber ständig neue Funkmasten und Sendeanlagen errichten, ist die gesamte GSM-Netzabdeckung in Deutschland immer noch bei keinem Anbieter gewährleistet. In einigen Regionen ist es für die Anbieter nicht profitabel genug zu investieren und so entstehen dort wenige oder gar keine neuen Anlagen. 02 geht als neuester Anbieter einen anderen Weg um eine möglichst hohe Netzabdeckung zu erzielen. In einigen Gebieten werden keine Anlagen gebaut und T-Mobile Funkmasten über Roaming eingesetzt. Das Handy schaltet automatisch zwischen O2 und T-Mobile-Verbindungen um und dem Kunden wird eine hohe Abdeckung gewährleistet. Ein weiteres Problem ergibt sich aus der zunehmenden Belastung der Netze. Jeder Funkmast kann zwar beliebig viele Handy-Verbindungen aufrechterhalten aber die Anzahl der Telefonate ist begrenzt. Bei einem überlasteten Netz z.B. in Ballungszentren, bei Großveranstaltungen etc. kann das Handy keine Verbindung mehr herstellen.
Bis jetzt ist es den LBS-Anbietern nur möglich Handy-Nummern der Anbieter D2-Vodafone, E-Plus und O2 zu orten. Die Mobilfunkanbieter besitzen von jeher die Möglichkeit eine Handy-Ortung durchzuführen. Dass die Ortung im D1-Netz erst in den nächsten Monaten folgen soll, ist dadurch zu erklären, dass T-Mobile keine Informationen weitergeben wollte.

Wie kann ein Handy geortet werden?

Anders als bei GPS gibt es bei der Ortung in zellularen Netzen verschiedenste technische Möglichkeiten die vom Mobilfunkanbieter und Handy-Hersteller unterschiedlichen technischen Aufwand erfordern und eine abweichende Genauigkeit aufweisen.

Am ungenauesten ist die Zellinfo (Cell of Origin-Technologie / COO). Das Handy registriert, über welchen Funkmast die Verbindung hergestellt wird. Jeder Funkmast stellt mit seinem Einzugsgebiet eine Zelle dar. Die Zellinfo ist oft ohne zusätzliche Geräte möglich und war lange Zeit die einzige Möglichkeit den recht großen Bereich anzuzeigen, in dem sich ein Handy befindet. So wird z.B. bei O2 über diese Technologie die Homezone eingerichtet und angezeigt, über die der Kunde vergünstigt in einem bestimmten Umkreis telefonieren kann.
Verfeinert werden kann die Zellinfo, indem die Signalstärke des Handys gemessen wird. So bekommt man die ungefähre Entfernung des Handys vom Funkmasten heraus und erhält einen Kreis als möglichen Aufenthaltsort. Die Signalstärke ist allerdings nicht nur von der Entfernung des Handys zum Sendemasten abhängig sondern auch durch geographische Gegebenheiten, Höhe und blockierenden Objekte (Wänden etc) bestimmt. Auch durch Einbezug des Empfangswinkels (Angle of Arrival / AoA) des Handy-Signals kann der Bereich eingeschränkt werden in dem sich das Handy befinden könnte. Voraussetzung um dieses System effektiv nutzen zu können, ist die Bekanntheit der Höhe von Funkmast und Handy. Mehrgeschossige Häuser, Hügel und ähnliches würden die Messung sehr ungenau werden lassen. Durch den Einbezug von mehreren Sendestationen ist die Präzisierung des Standortes möglich. Bei drei Funkmasten lässt sich eine genauere Position des Gerätes angeben (siehe I.3. Technische Grundlagen). (Quelle H9)

Zur Bestimmung der Entfernung von Sender und Empfänger kann auch die Time-Of-Arrival Methode (ToA) genutzt werden. Dabei werden Sende- und Empfangszeit des Signals miteinander verglichen (Zweiweg-ToA). Voraussetzung für diese Methode sind synchronisierte Uhren bei Sender und Empfänger. Auch die unterschiedliche Empfangszeit von zwei Aktionen mit unterschiedlichen Ausbreitungsgeschwindigkeiten, die denselben Weg nutzen, kann zur Bestimmung der Entfernung genutzt werden, z.B. bei Blitz und Donner (Einweg-ToA). (Quelle H9)
Bei der Time-Difference-Of-Arrival Methode (Bestimmung von Laufzeitunterschieden / TDoA) nimmt das Handy das von mehreren Antennen gleichzeitig abgeschickte Signal auf. Dadurch, dass die Antennen einen unterschiedlich großen Abstand vom Mobiltelefon besitzen, kommt das Signal beim Handy zu (leicht) unterschiedlichen Zeiten an. Es müssen mindestens 3 Antennen angesprochen werden um eine ausreichend genaue Ortung zu ermöglichen. Die Antennen besitzen exakte Atomuhren, durch die die Zeiten genau festgehalten werden (Quelle H10). Allerdings können auch bei der TDoA Methode Störungen, z.B. durch Witterung und Hindernisse auftreten, die das Ergebnis verschlechtern.


Genauigkeit


Je nach verwendeter Technik kann eine unterschiedliche Genauigkeit erzielt werden. Bei der Zellinfo liegt die Genauigkeit zwischen 150 Metern und 30 km - abhängig von der verwendeten Zellgröße. Bei der Time-Of-Arrival-Technik kann die Genauigkeit auf 50 bis 200 Meter erhöht werden. Die TDoA-Technologie ist sogar von 50 bis zu 100 Meter genau. Die Intervalle geben die schlechtmöglichsten Bereiche einer Ortung an. Um diese Daten zu überprüfen wurde unter III.4 einen Feldversuch durchgeführt. (Quelle H11)



3 Mobile Location Based Services - MLBS

Die reine Standortangabe ist nur eine kleine Funktion der Handy-Ortung. Oft bietet sich hier, wie auch für die Navigation, das GPS-System an, da es einfach genauer ist und außer den Anschaffungskosten keine weiteren Kosten anfallen. Die Stärke des Handys liegt neben dem generellen Vorhandensein in der Verknüpfung der Standortdaten mit anderen Funktionen des Handys und mit spezifischen Daten des Benutzers, sowie dem Internet. Über Programme können direkt Auswertungen vorgenommen werden und die Daten mit Kommunikationsmöglichkeiten weiterversendet werden. Programme und Anzeige sind über Updates immer aktuell.

Marktgröße für LBS-Dienste


Anbieter-Übersicht

Nach anfänglicher Zurückhaltung gibt es inzwischen zahlreiche Anbieter im Bereich GSM-Ortung. Hauptsächlich wird die Handy-Überwachung für Privatpersonen angeboten. Des Weiteren gibt es zahlreiche Detekteien, die sich der Technik bedienen und auch die Anzahl der Anbieter für Warenüberwachung und Flottenmanagement nehmen stetig zu. Innovative Produkte, die verschiedene Dienste verknüpfen und neue Wege gehen, sind noch äußerst selten. Hier eine Aufzählung vorhandener Mobile-Location-Based-Services:

Track-Your-Kid
Der Betreiber Armex bietet besorgten Eltern die Möglichkeit, ihre Kinder durch GSM-Ortung ausfindig zu machen. Diese können über ein Webportal geortet werden. Zusätzlich wird ein spezielles Ortungs-Handy für Kinder angeboten.
Siemens geht mit seinem M50-Handy noch einen Schritt weiter. Dieses besitzt außer der Ortungsmöglichkeit auch eine "Listen-In-Funktion", durch die die Service-Zentrale im Notfall über das Handy in die Situation hineinhören kann. (Quelle H12)



Ähnlich dem amerikanischen "Enhanced 911" können auch beim deutschen Anbieter Notfon D bei einem Anruf der Notrufnummer 0800 - NOTFON D (0800 - 668 366 3) die Standortdaten übermittelt werden. NOTFON D wurde eingerichtet, da bei rund 30 % aller jährlich ca. 500 000 eingehenden Handy-Notrufen die Anrufer nicht ihren genauen Standort nennen konnten. Beim Anrufen werden sie nun zuerst nach ihrem Einverständnis zur Ortung befragt. Die ermittelten Standortdaten werden dann an die entsprechende Leitstelle weitergegeben.

Vitaphone
Das Vitaphone wurde entwickelt, um Herz- und Kreislaufkranken wieder ein relativ normales Leben im Freien zu ermöglichen. Das Vitaphone zeichnet EKG-Daten auf, speichert sie und kann sie auch übertragen. Teilweise ist es noch mit einem GPS-Empfänger ausgerüstet, wird aber auch mit GSM-Ortung angeboten. Im Notfall kann der Patient die eingebaute Notruftaste betätigen, wobei die Service-Zentrale bei Bedarf die Rettungsdienste an den Standort leitet und mit den medizinischen Daten des Patienten versorgt. Auch kann sich der Patient bei kritischen Werten automatisch orten lassen. (Quelle H13 & Quelle H14)

Tag and Scan
Beim LBS-Service Tag and Scan können Handynutzer in der Mobilfunkzelle, in der sie sich gerade befinden, Textnachrichten und Fotos hinterlassen. Diese Informationen können privat oder auch öffentlich gespeichert und dann abgerufen werden. So kann über diesen Dienst z.B. über Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungen und Gastronomie informiert werden, was sich gerade in der Tourismusbranche anbieten würde. (Quelle H15)

Buddy Alert / Friendfinder
Auf dem Gebiet der Friendfinder-Systeme gibt es schon eine Reihe von Anbietern. Über SMS kann der Nutzer abfragen, welche Freunde sich in seiner Nähe aufhalten. Dabei können bestimmte Personen oder ganze Gruppen lokalisiert werden. Der Datenschutz wird hier gewährleistet, indem nur Personen geortet werden können, die sich ebenfalls beim Dienst angemeldet haben. Nach der Ortung kann sich der Anfrager einfach über SMS oder Anruf mit dem oder den Georteten in Verbindung setzen und z.B. ein Treffen arrangieren. Denkbar wäre hier ein weitreichenderer Dienst, der automatisch auch die in der Nähe liegenden Restaurants und Kneipen anzeigt. (Quelle H16)

Virtic
Virtic bietet ein multifunktionales Handy zur Standortermittlung der Mitarbeiter und gleichzeitigen automatischen Erfassung der Arbeitszeiten an. Praktisch bietet sich dieses Mobiltelefon für Firmen mit vielen Außendienstmitarbeitern an. Ein mögliches Anwendungsbeispiel wäre der Einsatz auf Baustellen. Das Handy registriert automatisch die Ankunftszeit des Mitarbeiters und erfasst Anfangs- und Endzeiten im Stundenzettel. Hat die Firma mehrere Baustellen oder Arbeitsorte, so kann der Aufenthaltsort der Mitarbeiter festgestellt werden und Arbeit und Ressourcen besser koordiniert werden. (Quelle H17)
Problematisch kann hier der Datenschutz sein. Ortungen der Mitarbeiter sind nur mit deren Einverständnis möglich und es muss erlaubt sein auch das Handy auszuschalten falls es nicht erwünscht ist.

Anbieter für Handy-Ortung

AnbieterAngebotEinrichtungsgebührmonatlicher GrundpreisPreis pro Ortung
Track-Your-Kid /
Road-Navigation
Premium-Paket
By Call Paket
9,90 Euro
20 Euro
3 Euro
/
50 Cent
1 Euro
Datafactory WEBfleetWEBfleet.standard business
WEBfleet.standard economy
WEBfleet.basic
49 Euro
49 Euro
49 Euro
25 Euro
9,50 Euro
25 Euro
15 Cent
25 Cent
15 Cent
CorscienceGSM-Ortung / /49 Cent
O2GSM-Ortung / /49 Cent


Anbieter für Logistik und Flottenmanagement

AnbieterLeistungen
SecuTrac
Secur
GSM-Ortungen
Anbieter von eigenen mobilen oder auch fest installierbaren Ortungsmodulen für Sicherheit und Logistik
CorscienceGSM-Ortungen
Anbieter von eigenen mobilen oder auch fest installierbaren Ortungsmodulen für Ortung, speziell für Senioren sowie Fernwartung und Flottenmanagement
3 kostenlose Ortungen


Es gibt schon eine Vielzahl von LBS-Diensten, die auf die GSM-Ortung zurückgreifen, doch bei genaueren Ortungen sind noch viel weitreichendere Einsatzgebiete denkbar. So könnten Produkt- und Firmeninformationen auf dem Handy erscheinen, wenn sich die Person einem Schaufenster oder Gebäude nähert. Auch sind ganze Tourist-Guides für Städte denkbar, die die Position des Nutzers mit einbeziehen. Dem Mobiltelefon-Besitzer könnten Wetterinformationen angezeigt werden oder Staus, auf die er mit seinem Auto zufährt.
Besonders verdient macht sich eine GSM-Ortung wenn es sich um Rettung und Notrufe handelt. Bei ausreichender Genauigkeit könnten sogar Menschen bei Lawinenunglücken unter dem Schnee aufgespürt werden.

Vieles wird zukünftig möglich sein, doch im Moment beschränkt sich das Angebot meist auf die reine Lokalisierung.



4 Lokalisierung

Je nach Anbieter können verschiedene Lokalisierungen durchgeführt werden. Auch die Ausgabe an den Nutzer ist vom Anbieter abhängig. Bei den meisten Anbietern wird das Ergebnis in ihrem Web-Portal im Internet auf einer Karte ausgegeben. Doch auch Benachrichtigungen über E-Mail, Telefon oder via SMS sind bei anderen Anbietern möglich.
Bei der gängigsten Form - der Punktlokalisierung - wird nur eine einmalige Lokalisierung nach Anfrage durchgeführt. Es wird der ungefähre Aufenthaltsort des Ortungsgerätes zum Zeitpunkt der Ortung angegeben.
Bei der Routenverfolgung wird in bestimmten Zeitintervallen der Standort abgefragt. So kann auf einer Karte der ungefähr zurückgelegte Weg angezeigt werden. Während bei einem Fahrzeug-Navigations-System mit GPS hier fast exakt die befahrenen Straßen abgebildet werden können, kann hier die Routenverfolgung davon abweichen, da nur die benutzten Sendestationen erfasst werden.
Im Gegensatz zur Punktlokalisierung verläuft die Routenverfolgung automatisch. Auch ist das automatische Orten beim Betreten oder Verlassen von vordefinierten Bereichen möglich.

Ein Feldversuch

Leider halten sich die LBS-Anbieter mit Angaben über die verwendete Technik sowie die damit erzielbare Genauigkeit auch bei Anfragen sehr bedeckt. In Ihren Unterlagen findet man die Angaben "in Städten zwischen 200 und 800 Metern (Track-Your-Kid) oder 200 Meter (Webfleet) genau" und "in ländlichen Gegenden zwischen 400 Metern und mehreren Kilometern (Track-Your-Kid) oder bis 20 km (Webfleet) genau". Um diese Angaben mit Fakten zu füllen habe ich mich bei den beiden Anbietern Track-Your-Kid und CorScience angemeldet und jeweils 20 Ortungen durchgeführt um mehr Informationen über Technik und Genauigkeit zu bekommen. Folgende drei Ortungen sollen die Ergebnisse der Ortungen demonstrieren und meine Schlussfolgerungen verständlich machen:



Textausgabe
Track-Your-Kid
Karte - nah
Track-Your-Kid
Karte - fern
Track-Your-Kid
Karte
CorScience
1. Standort:
Eingang Universität Hannover
Kreuz:LBS-Ergebnis,roter Punkt:tatsächlicher StandortKreuz:LBS-Ergebnis,roter Punkt:tatsächlicher StandortKreuz:LBS-Ergebnis,roter Punkt:tatsächlicher Standort
2. Standort:
TIB Königsworther-Platz
Kreuz:LBS-Ergebnis,roter Punkt:tatsächlicher StandortKreuz:LBS-Ergebnis,roter Punkt:tatsächlicher StandortKreuz:LBS-Ergebnis,roter Punkt:tatsächlicher Standort
3. Standort:
Garbsen:Schulstraße
Kreuz:LBS-Ergebnis,roter Punkt:tatsächlicher StandortKreuz:LBS-Ergebnis,roter Punkt:tatsächlicher Standort


Bei der ersten Ortung am Hauptgebäude der Universität hat die Ortung eine Abweichung von ca. 350 Metern zum wirklichen Standort ergeben. Die Messung in der TIB auf dem Universitätsgelände am Königsworther Platz (weiter stadteinwärts) ist schon weitaus genauer ausgefallen, mit einer Abweichung von 'nur noch' ca. 150 Metern. Die dritte Standortbestimmung (weiter stadtauswärts) ist bedeutend ungenauer ausgefallen. Hier war die Differenz von bestimmtem und tatsächlichem Aufenthaltsort größer als 1 km. Die höchste bei meinen Messungen erreichte Abweichung lag bei ca. 5 km in Frielingen/Garbsen.

Die obigen Beispiele stehen symbolisch für alle durchgeführten Ortungen. Beim Vergleich der Ergebnisse hat sich Folgendes herausgestellt:

Schlussfolgerungen


In den deutschen Netzen wird als Ortungsverfahren die Zellinfo eingesetzt. Das Ergebnis ist bei allen Anbietern identisch, nur die Ausgabeform (SMS, E-Mail, Text, Karte...) weicht von Anbieter zu Anbieter ab.

Auf den Internetkarten wird so nur die benutzte Sendeanlage als Aufenthaltsort angegeben.

Die Standortangabe in Städten ist um einiges genauer als in ländlichen Gebieten. Je mehr Sendestationen in einem Gebiet vorhanden sind, umso höher ist die Chance, eine möglichst genaue Ortung zu erzielen.

Die Angabe von Straßen und Hausnummern, die bei einigen Anbietern üblich ist, ist irreführend und liefert einen sehr viel ungenaueren Eindruck als die Karten

Eine Genauigkeit von unter 125 Metern, wie sie in den USA vorgeschrieben ist, ist in ländlichen Gegenden Deutschlands nicht zu erreichen. Es sind auch in der Stadt im Moment keine genauen Angaben möglich.

Diese Tendenzen haben sich in so gut wie allen Ortungen bestätigt. Nur bei einer Ortung im Raum Garbsen-Osterwald war die ländliche Ortung relativ genau und besser als die meisten städtischen Ortungen, was auf die Ortung des Handys in der Nähe eines Sendemastes hindeutet.

Egal wie genau oder ungenau die Ortungen ausfallen, stellt sich die Frage, ob die erhaltenen Standortdaten nur den dazu bestimmten Personen zugänglich gemacht werden und ob Datenschutz und Sicherheit der Systeme gewährleistet sind.



5 Datenschutz

Bei der GPS-Technik erfragt der Nutzer über das GPS-Gerät seine genaue Position - ohne seine aktive Handlung wird er auch nicht geortet. Die Ermittlung der Standortdaten erfolgt durch das Ortungsgerät. Bei der Handy-Ortung erfragt der Nutzer die Standortdaten beim jeweiligen LBS-Anbieter der sie wiederum vom Mobilfunkanbieter erhält und aufbereitet und dem Kunden zugänglich macht. Es gibt drei kritische Punkte, an denen die Daten nicht bestimmungsgemäß benutzt werden könnten:

beim Mobilfunkanbieter
beim LBS-Anbieter
beim Anfrager

Einmal vom Mobilfunkanbieter aufgenommen gehen die Daten zum LBS-Anbieter und weiter zum Anfrager. Als Vorsichtsmaßnahme muss der Kunde bei den meisten deutschen LBS-Anbietern, einen gültigen Vertrag mit dem Mobilfunkanbieter oder einen Kaufvertrag vorlegen. Vom LBS-Anbieter werden die Kunden-Daten mit dem Mobilfunkanbieter abgeglichen. Des Weiteren muss der Kunde seine Nummer beim jeweiligen Mobilfunkbetreiber für die LBS-Nutzung freischalten (erfolgt durch eine Freischaltungs-SMS). Von jeder zu ortenden Person, die älter als 14 Jahre ist, wird zudem eine Einverständniserklärung vorausgesetzt. Als weitere Sicherheitsmaßnahme wird bei einigen Anbietern nach einer durchgeführten Ortung eine SMS an das geortete Handy gesendet. Das schützt zwar nicht vor der Ortung aber informiert, von welchem Dienst man geortet wurde. Manche Anbieter gehen noch einen anderen Weg. Der Geortete bekommt eine SMS und gibt durch eine Antwort-SMS, die einen bestimmten Text enthalten muss, sein Einverständnis. Problem hierbei ist allerdings der erhöhte Aufwand und die zusätzlichen Kosten, die entstehen. Somit sind die Voraussetzungen für den Erfolg eines solchen Projektes - einfache Bedienung und niedrige Preise - sehr erschwert.
Doch nicht jeder Anbieter achtet so darauf, datenschutzrechtliche Aspekte zu beachten. Bei Corscience war es ausreichend eine Freischaltungs-SMS vom zu ortenden Handy an den LBS-Anbieter zu senden. Sofort stand der gesamte Service zu Verfügung. So ist gewährleistet, dass nicht jedes fremde Handy geortet werden kann, allerdings stellt es selten ein Problem dar, in den Besitz des Mobiltelefons eines Bekannten, Partners oder Familienangehörigen zu gelangen und diese SMS zu versenden ohne bemerkt zu werden. Auch gibt es im Internet Dienste, bei denen die Absenderkennung frei gewählt werden kann. Der Eigentümer bemerkt nichts von der Ortung. Hier wäre eine Vertragsabgleichnung dringend erforderlich.
Ein anderer Fall ist O2. O2 bietet nur seinen Kunden den Service für die Standortbestimmung an. Der Kunde loggt sich im Service-Center ein und hat sofort die Möglichkeit sein Handy orten zu lassen. Zusätzlich wird eine SMS versendet. So ist bei O2 gewährleistet, dass kein Missbrauch betrieben werden kann.
Da die Schwachstellen der Dienste bekannt sind und um dem entgegenzuwirken muss jeder Location-Based-Service ohne Kündigungsfrist jederzeit abmeldbar sein, was aber nur nützt, wenn man von der Anmeldung Kenntnis hat.

Das Handy gegen Blaumacher

Problematisch wird es, wenn jemand eine andere Person orten lässt. Für den LBS-Anbieter ist nicht zu erkennen, welche Person das Ortungsgerät trägt. Auch wenn es Eigentum des Anfragers ist, so ist es datenschutzrechtlich nicht zulässig jemand anderen zu orten. So darf der eifersüchtige Ehemann seiner Frau nicht sein Handy für den Abend mitgeben und sie darüber überwachen. Die geortete Person ist auf jeden Fall vorher aufzuklären und es muss vorher eine Einverständniserklärung vorliegen(Quelle H18). Nur Kinder bis 14 Jahre dürfen ohne ihr Einverständnis von ihren Eltern geortet werden, doch sollten diese trotzdem darüber informiert werden. Aber wie ist so etwas zu überprüfen?
Auch kann man bei einem anvertrauten Handy (z.B. von Familienangehörigen oder dem Arbeitgeber) nicht ausschließen, dass es geortet werden kann und vor allem kann die Ortung meist nicht bemerkt werden. Über das Firmenhandy könnte der Arbeitgeber jederzeit herausbekommen, wo sich der Arbeitnehmer gerade befindet. "Liegt er jetzt wirklich krank im Bett oder geht er gerade einkaufen in der Stadt?" Dieses wäre nun einfach überprüfbar.
Schon jetzt gibt es GSM-Ortungsgeräte, die nicht viel größer als ein Kugelschreiber oder eine Streichholzschachtel sind. Wie der generelle Trend zur Miniaturisierung in der Handy-Branche ist, so werden auch diese Geräte immer kleiner werden und so bald unscheinbar in Taschen, Kleidung oder anderen Alltagsgegenständen leicht unterzubringen sein. Der Träger wird gar nicht mehr mitbekommen können, ob er überhaupt ein ortbares Gerät bei sich trägt.

Der Fleetec_nano von Webfleet - kaum länger als ein Kugelschreiber


Bei wem landen die Standortdaten?

Eine große Schwachstelle liegt bei den Anbietern. Es ist kaum zu kontrollieren, ob sich zwischen den zahlreichen LBS-Anbietern dubiose Unternehmen verbergen, die die Ortungsdaten anderweitig benutzen. Von den vier großen Mobilfunkunternehmen in Deutschland - T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2 - droht dabei weniger Gefahr, da für diese ein nicht dem Datenschutz entsprechendes Vorgehen ein großes Risiko bedeuten würde.
Vorteilhaft wäre eine gesetzliche Regelung, die vorschreibt, dass jedem georteten Gerät eine SMS geschickt werden muss, so dass hier kein Missbrauch betrieben werden kann. Vor dem Anbringen von kleinsten Sendern wird man sich wahrscheinlich genau sowenig schützen können wie zur Zeit vor Wanzen.

Wer darf spionieren?


Rechtlich gesehen ist es nicht zulässig ein Handy zu orten, ohne Eigentümer zu sein oder eine Einverständniserklärung des Eigentümers zu besitzen. Auch eine andere Person mit dem eigenen Handy zu orten ist unzulässig. Nur der IMSI-Catcher (International Mobile Subscriber Identity - netzinterne Teilnehmerkennung, die zu einem bestimmten Mobilfunknetz gehört) des BND (Bundesnachrichtendienst) macht hier eine Ausnahme. Dieser simuliert eine empfangsstarke Sendestation, über die daraufhin sämtliche Handy-Gespräche in der Umgebung laufen. Sie können so mitgehört und die Geräte geortet werden. Weiteres Problem: Auch für andere Personen ist es möglich solche Geräte herzustellen. (Quelle H19)




6 Grenzen der Technik

Handy-Ortung ist ein einfaches Instrument und von so gut wie jedem benutzbar, nur unter der rechtlichen Voraussetzung, dass er Eigentümer des zu ortenden Handys ist. Doch es gibt einige Punkte, die verhindern, dass eine Ortung immer zuverlässig und genau funktioniert. Nehmen wir an, dass eine besorgte Mutter ihr Kind durch Handy-Ortung schützen möchte und z.B. über den Dienst Track-Your-Kid immer bei Bedarf über den Aufenthaltsort informiert sein möchte. Durch eine Ortung wird ihr allerdings nicht unbedingt der genaue Ort angezeigt. Es ist auch möglich, dass die Ortung gar nicht funktioniert oder das Handy an einem anderen Punkt geortet wird als sich ihr Kind befindet.
Es gibt zwei Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen um eine erfolgreiche Ortung durchzuführen:

Das Gerät muss eingeschaltet sein
Das Handy ist abhängig von einer Energiequelle. Die Batterie darf nicht leer sein und das Handy darf nicht ausgeschaltet sein. Auch beim fleetec.nano-Würfel von der datafactory, der einem Objekt (z.B. einer Warenpalette) zugefügt werden kann, hält der Akku "nur" 7 Tage und ist danach nicht mehr funktionsfähig.

Das Gerät muss beim zu lokalisierenden Objekt sein
Wenn das Ortungsgerät entweder absichtlich oder unabsichtlich entfernt wird, ist keine Lokalisierung mehr möglich. Auch wenn sich die Position weiterhin verändert, ist nicht gewiss, ob sich das Objekt noch beim Gerät befindet.

Sicherheit oder nur Beruhigung der Eltern?

Mit den derzeitigen Geräten kann in vielen Fällen keine sichere Ortung durchgeführt werden. Die momentane Zielgruppe der meisten Dienste sind Eltern, die sich um ihre Kinder sorgen oder Detekteien, die Personen beschatten. Doch die Handy-Ortung kann bis jetzt nur eine Pseudo-Sicherheit bieten. Es ist lediglich dafür nützlich die Nerven der Eltern zu beruhigen. Sie fühlen sich besser, wenn sie wissen, dass ihre Kinder mit einem solchen Gerät ausgestattet sind, doch in den seltensten Fällen kann die Ortung Verbrechen verhindern oder aufklären. Ein Handy ist dafür zur Zeit noch zu groß und zu leicht zu bemerken. Außerdem stellt es kein Problem dar, es zu entfernen. Erst Geräte im Kleinstbereich könnten hier Abhilfe schaffen. Bei der Frachtverfolgung bietet sich die Möglichkeit die Ware mit dem Ortungsgerät zu verbinden oder das Gerät so anzubringen, dass es nicht (so leicht) abnehmbar ist.



7 Szenarien

Unter Mobile Location Based Services wurden GSM-Ortungs-Dienste vorgestellt, die jederzeit fest nutzbar sein sollen und - wenn möglich - in den Alltag eingegliedert werden. Doch da die GSM-Ortung relativ flexibel ist (keine Anschaffungskosten, Update möglich...), ist sie auch für zeitlich begrenzte Projekte oder kleine Nutzergruppen gut einsetzbar. Voraussetzung ist dabei, dass in dem Einsatzgebiet (zukünftig) eine ausreichend gute Ortung möglich ist. Folgende Szenarien sind dabei denkbar:

Szenario 1: GSM-Ortung auf Großveranstaltungen


Bei Großveranstaltungen wie z.B. der Expo oder der anstehenden Fußball WM 2006 gibt es erheblichen Koordinations- und Informationsbedarf. Bisher ist dieses nur schwer abzudecken, mit langer Vorbereitung, großem Papieraufwand und geringer Aktualität. Ziel ist es, eine Informations- und Kommunikationsplattform aufzubauen, die jederzeit während der Veranstaltung über mobile Endgeräte abrufbar ist und die GSM-Ortung einbezieht. Hier gibt es zwei wichtige Akteure: den Veranstalter und den Besucher. Der Veranstalter hat über die Ortung Kontrolle über Mitarbeiter, Technik und andere Personen. Er kann diese koordinieren und kontrollieren. Auch ist es ihm möglich seine Informationen zu verteilen. Er kann so die Sicherheitskräfte (Polizei, Feuerwehr...) informieren. Über Handy-Ortung sind die Geräte vor Diebstahl gesichert. Er hat eine Übersicht über eingesetzte Fahrzeuge und Busse und kann seinen Besuchern aktuelle Verbindungen angeben. Diese können über ihr Handy ihren Standort erkennen und bekommen sofort die schnellste Route zum nächsten Bus. Sie können sich außerdem Hintergrundinformationen anzeigen lassen (z.B. Autogrammstunden, Sponsoren, Hotels, Gaststätten...) und Tickets kaufen (sofort gültig und über Handy angezeigt). Durch eine so einfache Abwicklung wird die Veranstaltung für den Besucher zu einem Erlebnis und der Veranstalter profitiert durch bessere Reputation und mehr Umsatz durch angebotene Zusatzdienste.



Die Datensicherheit des Benutzers wird durch eine Trennung des Systems erreicht. Die Benutzerortung wird vom Handy des Besuchers ausgeführt und das MLBS-Programm sorgt für aktuelle Informationen vom Veranstalter, hier können allerdings auch sinnvolle Ergänzungen anderer Anlieger einbezogen werden. Das intelligente Programm wertet die Daten auf dem mobilen Gerät aus und fügt sie zusammen. Zusätzlich ist eine Kommunikation der Interessengruppen über die herkömmlichen mobilen Dienste (Anruf, E-Mail...) möglich.

Szenario 2: GSM-Ortung auf Baustellen


Eine große Baufirma hat oft viele Baustellen zu betreuen, und so viele Mitarbeiter und einiges an Material zu koordinieren. Hierbei kann durch GSM-Ortung die Arbeit erheblich erleichtert werden. Auf Übersichtskarten hat der Planer seine Baustellen jederzeit im Auge und kann die Position von Mitarbeitern und Material erkennen. Über die Ortungsgeräte wird ein Betreten oder Verlassen der Baustelle sofort registriert. Bei Bedarf kann hier ein Alarm ausgelöst werden, wenn der Bereich ungewollt verlassen wird und z.B. bei einem Diebstahl automatisch die benötigten Maßnahmen eingeleitet werden. Des Weiteren wird automatisch die Arbeitszeit der Mitarbeiter aufgezeichnet, so dass Arbeitgeber und -nehmer jederzeit einen Überblick darüber haben. Drahtlos können die Arbeitsfortschritte an Bauabschnitten in einer zentralen Datei abgespeichert werden. Durch den Technik-Einsatz wird eine "Just-In-Time"-Produktion ermöglicht. Langes Suchen von Material und Aufzeichnungen entfällt.
Um die Privatssphäre zu schützen sollten die Ortungs-Systeme nur auf die Baustellen beschränkt sein. Mitarbeiter können durch Verlassen des Bereiches der Ortung entgehen. Auch wird von allen Mitarbeitern eine Einverständniserklärung vorausgesetzt.


Denkbar ist eine Vielzahl von Projekten und Szenarien, die verwirklicht werden können. Unter anderem bei Hochzeiten, Feiern, für Fuhrparkmanagement und als Diebstahlsicherung kann GSM-Ortung sinnvoll eingesetzt werden. (Quelle H20)



8 Resümee und Ausblick

Dank der Vielseitigkeit und Flexibilität, die die Handy-Ortung mit sich bringt sind der Entwicklung neuer Mobile-Location-Based-Services sind gut wie keine Grenzen gesetzt. Es gibt schon einige Anbieter, aber wie weit dieses Potenzial ausgeschöpft wird, kann nur die Zukunft zeigen. Unter den oben genanten Vorraussetzungen - besonders Genauigkeit und geringe Kosten - steht dem Erfolg dieser Technik nichts mehr im Wege. Keine andere Technik kann dieselben Vorteile aufweisen. Zur Zeit wird die Handy-Ortung meist über Computer und Internet abgefragt. Wenn eine vernünftige Bearbeitung an kleinen mobilen Endgeräten möglich ist, werden auch weitreichendere Dienste erfolgreich angeboten werden können.

Schwierig ist im Moment, die Datensicherheit sicherzustellen. Hier helfen im Moment nur härtere Gesetze und stärkere Kontrollen der Anbieter. Der einzige Schutz für Handy-Besitzer nicht geortet zu werden ist es, ihr Handy nicht weiterzugeben, zu verleihen oder unbeaufsichtigt liegen zu lassen. Wenn es nicht benutzt wird, sollte es ausgeschaltet werden, um jeglichem Risiko zu entgehen.

Vertrauen und Akzeptanz


Ein wichtiger Punkt für den Erfolg ortungsgestützter MLBS-Dienste ist das Vertrauen und die Akzeptanz der Nutzer. Auch dem Internet wurde zu Anfang mit Misstrauen begegnet, doch ist es zum größten Erfolg geworden. Wenn die Konsumenten diese Systeme als selbstverständlich und sinnvoll erachten, werden hier enorme Erfolge möglich sein. Dafür muss die Sicherheit dieser Systeme erhöht werden und komfortable, einfach zu bedienende Produkte entwickelt werden.



Literatur- und Quellenverzeichnis


Nr
Quelle
Weblink, Autor
Satelliten-Ortung
S1Das Vorsorgeprinzip der Informationsgesellschaft
http://www.ta-swiss.ch
Hilty, L., Behrendt, S. u.a.; 2003
S2Location Based Services
Schiller, J., Voisard, A.; San Francisco 2004
S3Geomarketing und Datenschutz
S4Die Kontrolle wird schwieriger
S5Galileo
S6Galileo
S7Genauigkeit
S8Erste Mobilitätsdienste auf Basis von "Floating Car Data"

Lorkowski, S., Brockfeld, E. u.a.; 2003
S9Nextel TimeTrack
Handy-Ortung
H1Location Based Computing
H2Location Aware Computing
H3Smart-Floor
http://www.cc.gatech.edu/fce/smartfloor/
Orr, Robert J. and Gregory Abowd, D.; Georgia Institute of Technology
H4Positionierung von Benutzern innerhalb eines Gebäudes
http://elib.uni-stuttgart.de/opus/volltexte/1999/520/pdf/STUD-1739.pdf
Schiele, Gregor; 1998; Studienarbeit an der Universität Stuttgart
H5Freizeitparks setzen auf Kinder-Ortung
H6Bluetooth Tag
H7Handy-Verbreitung
H8GSM: the business of a billion people
H9Lokalisierung mobiler Geräte
http://www.vs.inf.ethz.ch/edu/SS2001/MC/beitraege/07-location-rep.pdf
Zimmermann, Roger; Seminar Mobile Computing; 2001
H10Time Difference of Arrival Location Determination
H11Location-Based Services überlebensnotwendig für Teenager
H12Mobile Ortung
H13Vitaphone
H14Vodafone bietet Notfall-Handy mit GPS-Ortung
H15Tag and Scan
H16Mobiloco Buddy Alert
H17Virtic
H18Datenschutz
H19IMSI-Catcher
H20Das Handy gegen Zahnschmerzen
Amor, Daniel; Galileo Press GmbH; Bonn 2002
Deutsche Ausgabe des visionären "Internet Future Strategies"; Amor beschreibt die Technik von morgen und erklärt wie sie eingesetzt werden könnte.
Vertiefende und weiterführende Handy-Quellen
Smartphone
Realisierung von Positionsortungen in WLAN
http://www4.in.tum.de/~dornbusc/pubs/RvPiWLAN_final.pdf
Dornbusch,Peter und Zündt, Max; München
Elektronische Lokalisationssysteme
Ericsson Mobile Positioning Tool
Geography Markup Language
GPS-Homepage
http://www.kh-gps.de/
Hirschmann, Klaus; 2005
GPS für Moslems, Jagdhunde-Ortung, Werbegeschenke mit GPS bei Coca Cola...
Handy-Ortung ermöglicht schnellere Hilfe bei Pannen und Unfällen