3.1 Rapid Authoring Tools - zentrale Merkmale
Authoring Tools sind Softwarewerkzeuge zur Erstellung von E-Learning-Angeboten. [Vgl. Hoppe, S. 178] Der klassische Weg, ein E-Learning-Angebot zu entwickeln, läuft in einem arbeitsteiligen Prozess ab. Ein Fachexperte übermittelt sein Wissen an ein Team externer Spezialisten aus den Bereichen Didaktik, Webdesign, Technik und Programmierung. Dieses erstellt mit Hilfe eines Authoring Tools unter der Koordination einer Projektleitung ein hochwertiges E-Learning-Angebot. Die Vielzahl der beteiligten Spezialisten und der hohe Koordinationsbedarf führen i. d. R. zu langen Entwicklungszeiten und damit zwangsläufig zu einem hohen Kosten- und Zeitaufwand. [Vgl. Klein-Kretzschmar S. 30] Da dieser Aufwand für viele Anwendungsgebiete ökonomisch nicht sinnvoll ist, hat sich eine neue Kategorie der Authoring Tools entwickelt. Der Grundgedanke hinter dem neuen Begriff der
Rapid Authoring Tools ist die schnelle und ökonomisch effiziente Entwicklung von zeit- und kostenkritischen E-Learning-Angeboten durch Fachexperten im eigenen Unternehmen. Dieses Einsparpotential wird durch die folgende Darstellung verdeutlicht:
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Entwicklung eines Lernangebotes mit einem klassischen Authoring Tool |
Entwicklung eines Lernangebotes mit einem Rapid Authoring
Tool
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| Entwicklungsdauer pro Stunde Laufzeit |
1 bis 2 Monate |
1 bis 2 Tage |
| Entwicklungskosten pro Stunde Laufzeit |
15.000 bis 50.000 Euro |
5000 Euro |
Tabelle 1: Vergleich der Entwicklungsdauer und -kosten
Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Klein-Kretzschmar (2003)
Der Begriff Rapid Authoring wird in der Literatur und in der Praxis nicht einheitlich verwendet und umfasst keinen konkreten Mindestfunktionsumfang, den diese Tools erfüllen sollten. Weiterhin scheinen einige Anbieter aus Gründen der Produktdifferenzierung eine eigene Bezeichnung zu bevorzugen. Alternative Bezeichnungen für diesen Begriff sind beispielsweise Rapid e-Learning [Vgl. Engel S. 18], Self Authoring [Vgl. Klein-Kretzschmar S. 31], Rapid Content Creation
[Vgl. Sonne S. 4], Rapid Content Production
[Vgl. Gamböck S. 57] oder auch Rapid eLearning Content Production
[Vgl. Müller S. 2]. In dieser Arbeit wird durchgehend der Begriff Rapid Authoring verwendet. Zentrale Merkmale des Begriffs sind:
[Vgl. De Vries S. 2]
- Die Lernangebote werden innerhalb kurzer Zeit von Fachexperten entwickelt.
- Bereits bekannte Software, z. B. Microsoft PowerPoint, oder benutzerfreundliche Templates sind der Ausgangspunkt der Lernangebote, so dass keine speziellen Programmierkenntnisse erforderlich sind.
- Einfache Evaluationsmöglichkeiten sind in der Regel vorhanden.
- Multimediale Elemente, die das Lernen verbessern und keine technologische Barriere darstellen, können implementiert werden.
- Kurze Dauer der Lerneinheiten.
- Synchrones und asynchrones Lernen wird ermöglicht.
Klein-Kretzschmar (2003) unterscheidet drei Kategorien von Rapid Authoring Tools: Präsentations, Desktop-Recording- und Testtools. [Vgl. hierzu und zum Folgenden Klein-Kretzschmar S. 31f.] Präsentationstools dienen dazu, bereits bestehende Schulungsinhalte multimedial aufzubereiten und in einen dynamischen Zeitablauf zu bringen. Die synchrone Darstellung verschiedener Medien wie z. B. Audio, Video, Text und Grafiken wird ermöglicht.

Lernangebote, die mit Hilfe von Präsentationstools erstellt werden, können als dLectures bezeichnet werden.
[Vgl. www.d-lecture.de] Mit Desktop-Recording-Tools kann das Geschehen auf der Benutzeroberfläche eines Rechners aufgenommen, mit Kommentaren versehen und in ein web-fähiges Format exportiert werden. Testtools ermöglichen es, Lerninhalte zu vermitteln und das Gelernte anhand von interaktiven Tests zu überprüfen.
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